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Die Wirtsleut'

   
eckhart
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Franz Eckhart
 
Gerlinde Eckhart
     

Beim Rühren komme ich ins Philosophieren. Meine Frau Gerlinde wollte eigentlich alles, nur keinen Koch und siehe da, sie hat einen Koch geheiratet. Und außerdem wollte sie alles, nur kein Wirtshaus und siehe da, nun hat sie ein eigenes Wirtshaus. Und so begann es. Schon in der Schule liebte ich es, mit den Mädchen mitzukochen und während meiner Lehrzeit in Graz übte ich sogar noch auf einem Holz- Kohleherd. In meinen wilden Kochzeiten tourte ich durch Österreichs Küchen, von Seefeld über Salzburg bis nach Velden am Wörthersee. Prominente Gäste wie Heinz Reinke, Gunter Philipp oder das schwedische Königspaar Karl Gustav und seine Silvia kulinarisch zu überraschen, war dabei keine Ausnahme.

Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht und im Jahr 1994 bei der Landesausstellung „Wallfahrt, Wege zur Kraft“ in Pöllau küchenmäßig einen Zufallstreffer gelandet. Ich erwarb ein Areal im Schloss zur Pacht und so begannen meine Frau und ich, unseren Traum vom eigenen Lokal zu verwirklichen. Nun ging es mit voller Kraft voraus: Firmenevents, Hochzeiten, Weihnachtsfeiern, Geburtstagsfeste standen neben dem Alltagsgeschäft auf dem Programm.

Dazu nutzen wir nicht nur unsere Räumlichkeiten im Schlossstüberl , wie z.B. unser stilvolles Hirschbirnstüberl sondern vor allem das großräumige Refektorium und den glanzvollen Freskensaal im Schloss. Auch unsere heimischen Gäste schätzen unser Angebot und bleiben uns bis heute treu. So schön es auch ist, fünf- oder sechsgängige Menüs kreativ und interessant zu kochen, so angenehm ist es aber auch, einfache Gerichte wie Beuschel, Gulasch oder Strudel hervorzuzaubern. Somit bleiben wir auch bodenständig und bei unseren Wurzeln. Wir beziehen sämtliche Produkte von heimischen Bauern aus der Genussregion Pöllauer Tal, kochen nach den Richtlinien der Naturküche und sind auch für unsere vegetarische Küche bekannt.

Oft gehe ich im Sommer frühmorgens in den Wald, um Pilze zu suchen, oder füttere meine Schafe, habe vielleicht ein paar Brennnessel gepflückt, Röhrlsalat gestochen und meine Frau hat inzwischen Blumen von ihrer eigenen Blumenwiese geholt. Erst danach schreiten wir zur Arbeit und es ist eine tägliche Herausforderung, die ich liebe.

Damit alles auf dem Teller schön zusammenpasst, gehe ich empfindsam und mit zarter Hand zu Werke und stelle höchste Anforderungen bezüglich Kreativität und Geschmack und das gilt auch für meine Mitarbeiter. Kochen im Team ist Harmonie und nicht Demokratie, alles geht von einem Kopf aus und wird von mehreren Personen umgesetzt. Wir kochen nicht mit Chemie sondern kreativ, sind sorgfältig und authentisch.

Kochen ist für mich nicht nur eine notwendige Tätigkeit, zu essen und den Hunger zu stillen sondern dahinter liegt vielmehr eine philosophische Frage: Sein oder Nicht-Sein, was oder wie koche ich, was esse ich in mich hinein und wie schaut mein Körper, ja wie schaut mein Leben überhaupt aus? Beim Rühren komme ich so richtig ins Philosophieren! Trotz des Einsatzes von Kraft, Mühe und Zeit ist es mir sehr wichtig, viel Zeit mit meiner Familie und besonders mit meinen vier Enkelkindern zu verbringen. Das funktioniert nur deshalb so gut, weil wir alle zusammenhalten und jeder mithilft, wenn er gebraucht wird. Da kann es schon passieren, dass meine drei Töchter plötzlich zum Servierpersonal werden und ihren Beruf kurzzeitig durch eine Servierschürze kaschieren. Mein Lebensmotto: Nimm dein Leben in die Arme, nicht nur einfach in die Hand.